Lungenkrebs

 

Die Behandlung und Diagnostik von Patienten mit Lungenkrebs liegt uns besonders am Herzen. Hierzu arbeiten wir intensiv mit den Onkozert-zertifizieren Lungenkrebszentren der DRK Kliniken Mitte und des Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe zusammen. Regelmäßig erfolgt unsere Teilnahme an den interdisziplinären Tumorkonferenzen beider Zentren. 
Gerne stehen wir in diesem Zusammenhang auch für Zweitmeinungen zur Verfügung, bei denen wir unsere langjährige Erfahrung einbringen können.

Schwerpunktmäßig findet die Betreuung unserer Lungenkrebspatienten
durch Dr. Binder und Dr. van Laak sowie Frau Felser und Frau Herdt statt. Wir verfügen über langjährige Erfahrung in der Behandlung von thorakalen Tumoren. Die Ärzte haben beide über viele Jahre hinweg in universitären und zertifizierten Krebszentren in leitender Position gearbeitet und verfügen über Erfahrung in der Palliativmedizin, der allgemeinen Hämatologie und Onkologie sowie onkologischen Studien.

Wir bieten ihnen, teilweise in Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern, alle Möglichkeiten der Behandlung des Lungenkarzinoms sowie des Pleura-Mesothelioms in unserer Praxis an. Die Durchführung der medikamentösen Therapie erfolgt in unseren Praxisräumen in einem eigens dafür bereitstehenden Bereich mit bequemen Sesseln statt. Strahlentherapeutische Behandlung führen wir gemeinsam mit der Strahlentherapie im DRK Klinikum Westend durch. Die Thoraxchirurgische Betreuung unserer Patienten findet in der Thoraxchirurgie der DRK Kliniken Berlin sowie in der Thoraxchirurgie der Lungenklinik Heckeshorn statt.

Wenn möglich kann eine Behandlung im Rahmen einer Therapiestudie am jeweiligen Studienzentrum erfolgen.

Die palliativmedizinische Betreuung in unsere Praxis findet ebenfalls in Kooperation mit den Lungenkrebszentren der DRK Kliniken Mitte und des Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe statt. Herr Dr. Binder verfügt zusätzlich über die Zusatzbezeichnung Palliativmedizin. Bestandteil unseres Therapiekonzeptes ist die frühe Einbindung der Palliativmedizin um eine möglichst hohe Lebensqualität trotz der Krebserkrankung zu erreichen.

Nach der Diagnose Krebs stellen sich oft viele Fragen.

Wir wollen hier keine wissenschaftliche Abhandlung über das große Thema Lungenkrebs einfügen, sondern versuchen ihre Fragen kurz und knapp zu beantworten und ihnen aufzuzeigen, wie wir sie in dieser schwierigen Situation unterstützen können.

Diagnostik

Häufig erfolgt die Diagnose Lungenkrebs per Zufall in einem Röntgenbild. Auch blutiger Husten und zahlreiche andere Symptome können zu bildgebenden Untersuchungen führen, die den Verdacht auf Lungenkrebs verstärken.

Heutzutage erfolgt als erster Schritt dann eine Computertomographie (CT) des Oberkörpers. Zeigen sich hier typische Befunde kann direkt im Anschluss eine CT des Bauches und ggf. eine Kernspintomographie des Kopfes (cMRT) erfolgen. Dies nennt man Staging, also die Suche nach auffälligen Befunden im Körper um das Tumorstadium, also die Ausbreitung des Tumors im Körper, festzulegen.

Nach den bildgebenden Verfahren ist es notwendig ein Stück Tumorgewebe zu gewinnen und durch Pathologen untersuchen zu lassen. Dies kann in der Regel im Rahmen einer Lungenspiegelung (Bronchoskopie) erfolgen. Gelegentlich ist eine CT gestützte Punktion oder eine Operation notwendig.

Durch genaue Untersuchungen der Atmung (Spirometrie, Bodyplethysmographie, Blutgasanalyse, ggf. Lungenszintigraphie) kann vorhergesagt werden, welches Ausmaß einer operativen oder strahlentherapeutischen Behandlung voraussichtlich gut vertragen wird.

Nach Abschluss der Diagnostik erfolgt die Vorstellung des Patienten mit all seinen Befunden in der Tumorkonferenz eines zertifizierten Lungenkrebszentrums und die interdisziplinäre Besprechung (immer anwesende Disziplinen: Pneumologie, Onkologie, Thoraxchirurgie, Strahlentherapie, Radiologie, Pathologie, Palliativmedizin, onkologische Pflege, Psychoonkologie). Der Beschluss dieser Konferenz stellt die Grundlage für die weiterführende Therapie.

Gelegentlich erfolgt nun vor z. B. operativer Therapie noch eine Positronenemissions-Tomographie mit CT (PET-CT) zur Suche nach versteckten Metastasen, die in den anderen Verfahren vielleicht nicht gesehen wurden.

Therapie

Es ist praktisch in allen Fällen möglich und sinnvoll, eine Behandlung zu beginnen. Die Behandlung besteht aus Maßnahmen zur Rückbildung des Tumorwachstums und aus der Linderung von Beschwerden, die vom Tumor ausgehen - oft werden die Beschwerden schon gelindert, wenn die Maßnahmen zur Tumorrückbildung eingeleitet wurden. Die Operation, die Bestrahlung und die Therapie mit Medikamenten, die das Tumorwachstum hemmen und zurückdrängen. Zunehmend werden diese drei Methoden auch kombiniert und zwei (bimodale) oder sogar drei (trimodale) dieser Therapiearme kommen zum Einsatz um eine möglichst langfristige Kontrolle der Erkrankung zu erreichen.

Operation

Eine operative Therapie erfolgt in der Regel wenn es noch nicht zur Tumoraussaat (Metastasierung) gekommen ist. Der Umfang der Operation (die Größe des zu entfernenden Lungengewebes) hängt hierbei von der Größe des Tumors, seiner Lage und der Lungenfunktion des Patienten ab.

Strahlentherapie

Durch eine Bestrahlung (Strahlentherapie, Radiotherapie, stereotaktische Bestrahlung) kann eine lokale Kontrolle des Tumors oder eine Metastase erreicht werden. Sie hilft aber nur genau im Zielbereich - Tumorzellen, die sich an anderen Orten des Körpers eingenistet haben, werden durch die Bestrahlung nicht erreicht. Die Bestrahlung muss genau geplant und überwacht werden, damit benachbarte Organe (gesundes Lungengewebe, Rückenmark, Herz) möglichst wenig beeinträchtigt werden.  Eine stereotaktische Bestrahlung (z. B. Cyberknife) bei einem nicht metastasierten Tumor kann bei einer schlechten Lungenfunktion einer operativen Therapie gleichwertig sein.

Medikamentöse Therapie

Die medikamentöse Therapie des Lungenkarzinoms hat in den letzten Jahren eine deutliche Veränderung hin zu einer immer mehr personalisierten Medizin erlebt. Es erfolgt bereits bei Diagnosestellung eine breite Testung von molekularen und genetischen Veränderungen im Tumorgewebe, die die Therapie steuern. Bei bestimmten genetischen Veränderungen kann eine Therapie mit Tabletten erfolgen (Tyrosinkinase-Inhibitoren = TKI, zielgerichtete Therapie). Wenn die Tumorzellen in großer Menge ein bestimmtes Molekül auf ihrer Oberfläche tragen nutzen wir die Immuntherapie (PD-1 und PD-L1 Inhibitoren, Checkpoint Inhibitoren) um den Tumor zu behandeln. Auch die Chemotherapie des Lungenkarzinoms wird passgenau auf den Tumor sowie den Patienten ausgewählt. Häufig kommen mittlerweile auch Kombinationen aus den genannten Therapiegruppen zum Einsatz.
Ziel der medikamentösen Therapie ist die Behandlung eines metastasierten Lungenkarzinoms. Eine Heilung ist hier nicht mehr möglich. Es ist uns daher wichtig, dass die Therapie sowohl gut verträglich als auch erfolgsversprechend ist. Wir versuchen daher mit ihnen eine Therapie zu finden, die eine möglichst hohe Lebensqualität für eine möglichst lange Zeit verschaffen kann. Der Umgang mit, die Vermeidung und die Therapie von Nebenwirkungen ist daher immer Bestandteil ihrer Behandlung.

Symptomkontrolle

Luftnot/ Schmerzen/ Übelkeit/ Gewichtsverlust

Wenn Beschwerden vom Tumor ausgehen, müssen sie gezielt behandelt werden. Schmerzen sind heute durch starke und nebenwirkungsarme Medikamente meist gut zu behandeln. Sollte dies nicht ausreichen ist auch eine lokale Bestrahlung oder eine Nervenblockade möglich. In der medikamentösen Therapie des Tumorschmerzes werden häufig Morphium-Präparate genutzt. Diese stellen eine verträgliche und nebenwirkungsarme Behandlung dar und führen zu einer raschen Schmerzlinderung. Eine Suchtgefahr besteht bei sachgerechter Nutzung nicht. Nach einer Phase der Gewöhnung ist auch eine Müdigkeit oder Schläfrigkeit meist so unbedeutend, daß die Aufmerksamkeit nicht beeinträchtigt wird und das Autofahren wieder gestattet werden kann. Ein weiterer Einsatzzweck von Morphinpräparaten ist die Behandlung von Luftnot, die sich nicht durch die Behandlung der Ursache der Luftnot (meist COPD, Herzerkrankungen, Anämie, Pleuraergüsse) beseitigen lässt. Sollte eine Sauerstofftherapie sinnvoll und notwendig sein, verordnen wir diese nach Rücksprache mit ihnen. 
Eine allgemeine Schwächung und Neigung zur Gewichtsabnahme ist oft vorhanden; durch Wunschkost und von der Verdauung leicht aufnehmbare Nahrung ("Astronautenkost") kann oft gegengesteuert werden.

Weiteres

Ein Wort zu den "anderen Methoden" der Krebsbehandlung. Eine Vielzahl von Therapien werden dem Krebskranken in seiner oft verzweifelten Situation als Ausweg angeboten. Seien es besondere Diätbehandlungen, teure (fast immer selbst zu zahlende) Behandlungen zur "Stärkung der Immunabwehr" usw... Diese Behandlungsformen haben keinen Eingang in die Schulmedizin gefunden, weil sie den Beweis ihrer Wirksamkeit nicht erbringen konnten. Im Einzelfall werden wir bei der Entscheidung helfen. Was immer zur Krebsbekämpfung an Methoden zum Einsatz kommt - die uneingeschränkte Zuwendung und offene Beratung ist für die Kranke/den Kranken von entscheidender Wichtigkeit. Die Angehörigen und Ärztin/Arzt müssen sich ergänzen; die Patientin/der Patient steht immer im Mittelpunkt und hat immer das letzte Wort über den Fortgang oder evtl. auch Abbruch der Behandlung.