Tauchen

Die Tauchtauglichkeitsprüfung ist Voraussetzung für die optimale medizinische Sicherheit des Tauchers. Sie stellt hierfür den aktuellen körperlichen Zustand des Patienten fest und legt eventuelle Gesundheitsstörungen offen, die den Taucher gefährden könnten.

Die Tauchtauglichkeitsprüfung ist nicht nur für Berufstaucher von äußerster Wichtigkeit. Auch jeder Sport- und Hobbytaucher benötigt in gewissem Umfang entsprechende medizinische Untersuchungen. Das Risiko eines Tauchunfalls aufgrund medizinischer Erkrankungen wird so um ein Vielfaches minimiert.

Denn das Tauchen ist zwar meist entspannend, man genießt die Faszination der Schwerelosigkeit und visueller Eindrücke unter Wasser. Dennoch erfordert das Tauchen eine gewisse körperliche „Fitness“, die als Tauchtauglichkeit definiert und über eine Tauchtauglichkeitsuntersuchung attestiert wird.

Man muß nach den tauchmedizinischen Kriterien ausreichend leistungsfähig sein, um z.B. mit schwerer Ausrüstung zum Tauchsport laufen zu können, um bei stärkerer Strömung nicht zu erschöpfen oder um allgemein aufgrund der besonderen Druckverhältnisse keine gesundheitliche Gefährdung zu riskieren.

In Zusammenarbeit mit der Österreichischen Gesellschaft für Tauch- und Hyperbarmedizin (ÖGTH) hat die Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM) daher medizinische Empfehlungen zusammengestellt, an die sich Fachärzte der Tauchmedizin halten müssen.

Die Tauchtauglichkeitsprüfung beginnt in der Regel mit der Patienten-Anamnese. Hierbei werden mögliche Vorerkrankungen und Beschwerden, die zum Gesundheitsrisiko beim Tauchen werden könnten, erfaßt.

Es folgen verschiedene Untersuchungen, um den aktuellen Gesundheitszustand und die Tauchtauglichkeit des Patienten festzustellen:

Zur Grunduntersuchung der Tauchtauglichkeit werden geprüft:

Herz-Kreislauf,  Lunge/Atemwege, Ohren, Nebenhöhlen, verschiedene Organ- und Stoffwechselsysteme und zwar über

  • körperliche Untersuchung (Lunge/Herz, Blutdruck, Bauchorgane, Bewegungsapparat, Trommelfell, Nebenhöhlen, Rachen/Zähne, orientierende Neurologie)
  • Lungenfunktion (Spirometrie / Bodyplethysmographie)
  • Blutgasanalyse/Sauerstoffsättigung
  • EKG,  ggf. Belastungs-EKG bzw. Spiroergometrie
  • Röntgen des Brustkorbs (Röntgen-Thorax)
  • Laborunteruntersuchung Blut und Urin

Bei Auffälligkeiten, Vorerkrankungen und / oder stark übergewichtigen Personen können weitere Untersuchungen erforderlich werden. Zum Beispiel:

  • Echokardiographie des Herzens
  • Ultraschall der Bauchorgane, insbes. der Gallenblase (Steinbildung)
  • Weitergehende konsiliarische Gehör-, Nebenhöhlen- und Gebißprüfung


Fast alle Tauchbasen verlangen – allein schon aus haftungsrechtlichen Gründen - von Tauchkursteilnehmern oder Tauchgästen ein fachärztliches Tauchtauglichkeitszertifikat.

Das Untersuchungsintervall ist vom Lebensalter abhängig. Die GTÜM empfiehlt die Untersuchung:

  • spätestens nach 3 Jahren, wenn Sie zwischen 18 und 39 Jahre alt sind
  • spätestens nach 1 Jahr, wenn Sie unter 18 Jahre alt sind.
  • spätestens nach 1 Jahr, wenn Sie 40 Jahre oder älter sind.

Nach einem Tauchunfall sollte sich jeder Taucher unabhängig vom regulären Zeitplan einer neuen Prüfung unterziehen.

Die Tauchtauglichkeitsuntersuchung dient der Prävention von Tauchunfällen und sollte im Eigeninteresse eines jeden Tauchers liegen. Durch die Untersuchung hat der Arzt die Möglichkeit, einem Taucher klarzumachen, wo seine Einschränkungen liegen oder daß das Tauchen für ihn ein zu großes Risiko darstellt. Der Taucharzt klärt dabei im Gespräch und bei der Untersuchung auch folgenden Punkte:

  • Ist der Patient rein körperlich fähig längere Strecken zu schwimmen?
  • Gibt es neurologische oder psychische Einschränkungen (z.B. Hinweise auf mögliche plötzliche Bewußtseinstrübungen, Orientierungsstörungen, psychische Belastungs- bzw. Panikstörungen)?
  • Gibt es körperliche Ursachen, die ein Barotrauma begünstigen könnten?
  • Könnten Suchtmittel eine Beeinträchtigung der Tauchtauglichkeit darstellen?
  • Hat der Patient eine Krankheit oder Veranlagung, die durch das Tauchen verschlimmert werden kann?


Erforderlich ist auch die Überprüfung des Tetanusschutzes. Dieser kann ggf. auf Kosten der Krankenkassen aufgefrischt werden (Impfpaß mitbringen).

Die Abrechnung erfolgt grundsätzlich im Rahmen der Gebührenordnung der Ärzte (GOÄ) mit einfachem Gebühren-Steigerungssatz (Ausnahmen bei besonderem Aufwand, z.B. Vorerkrankungen, auffälligen Untersuchungsergebnissen).

Damit entstehen Kosten von

ca. 170 Euro für Untersuchungen ohne Spiroergometrie

ca. 230 Euro für Untersuchungen mit Spiroergometrie