TablettenBei der Behandlung von Lungenerkrankungen kommen grundsätzlich zwei verschiedene Prinzipien einer Kortison-Therapie in Betracht:

  • Die Behandlung mit Tabletten, Zäpfchen oder Spritzen.

  • Die Behandlung mit Inhalations-Sprays (sogenannte Dosieraerosole) oder Pulver-Dosierapparaten.

Der gemeinsame, erwünschte Effekt dieser beiden Formen der Kortison-Behandlung ist eine Entzündungshemmung, die im ersten Fall den gesamten Körper betrifft, im zweiten Fall lediglich die Bronchialschleimhaut.

Die erste Form der Behandlung führt durch den Übergang des Medikamentes in den Blutkreislauf zu einer Veränderung des Kortisonspiegels und kann daher in Abhängigkeit von der verabreichten Dosis und Dauer der Behandlung zu den allgemein bekannten Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme (Vollmondgesicht), Magenbeschwerden (Magenschleimhautentzündung, Magengeschwür), Hautveränderungen (u.a. leicht blaue Flecke), Knochenschwund (Osteoporose, Knochenschmerzen), Erhöhung des Blutzuckerspiegels (vorübergehende Zuckerkrankheit) und Auftreten eines Grauen Stars (Linsentrübung, Katarakt) führen. Diese Nebenwirkungen beginnen - mit Ausnahme der Blutzuckererhöhung und möglicher Magenbeschwerden- jedoch meist erst nach mehrwöchiger Therapiedauer oberhalb einer Tagesdosis von ca. 5 mg des von uns verabreichten Kortisonpräparates (Decaprednil, Prednisolon).

Bei der inhalativen Behandlung kommt das Kortison lediglich mit der Mund- und Rachenschleimhaut sowie mit der Bronchialschleimhaut in Kontakt und tritt bei der vorgeschriebenen Dosierung nicht in das Blut über. Ein hierbei evtl. verschluckter kleiner Anteil des Medikamentes wird im Magen-Darm-Trakt bzw. spätestens in der Leber abgebaut und stört somit nicht den eigenen Kortisonspiegel. Aus diesem Grunde sind hierbei nicht die oben beschriebenen ungünstigen Nebenwirkungen zu befürchten. Als einzige Nebenwirkungen könnte ein Pilz im Bereich der Mund- und Rachenschleimhaut (erkennbar an Mundbrennen oder Schluckbeschwerden sowie an weißen Belägen auf der Zunge bzw. an anderen Stellen im Mund oder Rachen) oder eine etwas rauhere Stimme auftreten. Deshalb sollte nach jedem Gebrauch dieser Sprays oder Pulver-Dosierapparaten der Mund ausgespült werden. Der gleiche Effekt wird durch das Zähneputzen oder durch anschließendes Essen oder Trinken erreicht. Sollten diese Nebenwirkungen auftreten, so sind diese leicht zu behandeln. Um unerwünschte Ablagerungen von Kortison im Mund-Rachen-Bereich möglichst gering zu halten, sollte bei Kortisonsprays immer ein zusätzlicher Filter an das Mundstück angebracht werden (ein sogenannter Spacer). Dieser läßt nur die kleinsten Kortison-Schwebstäube passieren, die sich besonders gut und tief einatmen lassen und die sich in wesentlich geringerem Umfang bereits im Mund ablagern können. Außerdem kann man sich hierbei zwischen dem Spraystoß und dem Einatmen durchaus ca. 2 Sekunden Zeit lassen.