Wenn am Morgen die Augen gerötet sind und die Nase sich verstopft anfühlt, kann eine Hausstaubmileballergie die Ursache sein. Asthma bronchiale entsteht oft durch Hausstaubmilben-Allergie.

Aber Achtung: „Hausstaubmilbenallergie ist nicht gleich Stauballergie“

Hausstaubmilben sind kleine Spinnentierchen von ca. 0.1mm Grösse. Sie sind kein Zeichen mangelnder Reinlichkeit! Sie leben praktisch in allen mitteleuropäischen Haushalten. Am besten vermehren sie sich im feuchtwarmen Milieu. Sie ernähren sich überwiegend von menschlichen Hautschuppen. Also findet man sie am häufigsten in Bettmatratzen, Polstermöbeln etc.. Die pulverfeine Kotausscheidungen der Milben verursachen sie Allergie. Vor allem in der Heizperiode, wenn die Luft trockener ist, wird dieser Staub sehr flugfähig und kann leicht tief in die Atemwege eindringen!

8 von 24 Stunden liegen wir im Bett, um uns zu erholen. Ein Drittel unseres Lebens also haben wir Mund und Nase in unmittelbarer Nähe der Matratze. Hier muss deswegen die Sanierung zuallererst ansetzen! Durch Einsatz spezieller Gewebe und durch besondere Reinigungsmassnahmen und langfristig durch geeignete Auswahl von Möbeln können Milben wirksam ferngehalten werden. Dann ist oft keine weitere Behandlung nötig.

Die Hyposensibilisierung ist nach der Sanierung die zweite ursächliche Methode der Behandlung: Über ca. 3 Jahre wird dem Patienten die allergisierende Substand (Milbenallergen) regelmässig unter die Haut verabreicht. Dadurch kann die allergische Reaktionsweise schrittweise „abtrainiert“ werden. Der Erfolg der Behandlung hält über Jahre und Jahrzehnte an.. Die Hyposensibilisierung wird durchgeführt, wenn die Sanierung nicht ausreichend wirkt.

Wenn Sanierung und Hyposensibilisierung nicht oder noch nicht ausreichend wirken, können zusätzlich antiallergische Medikamente gegeben werden. Bronchialsprays, Nasensprays, Tabletten und im akuten Notfall sogar Spritzen können eingesetzt werden.

Voraussetzung für die richtige Behandlung ist die zutreffende Diagnosestellung. Die Vorgeschichte (Anamnese) gibt Hinweise: morgendlicher Husten/Schnupfen v.a. in der Heizperiode und/oder nächtlicher Luftmangel können Zeichen der Haus-staubmilbenallergie sein. Der Allergologe führt den Hauttest, die Sicherung durch Untersuchung des Blutes und die Bestätigung durch die nasale Provokation durch (Allergen-Lösung wird an die Nasenschleimhaut gegeben, die Verengung der Nase und die Reaktion durch Jucken und Niesen wird aufgezeichnet).

Wichtig: Allergietestungen können mit voller Aussagekraft nur durchgeführt werden, wenn nicht gleichzeitig antiallergische Medikamente (Kortison, Antihistaminika) verabreicht werden!

Wie geht das — Milbensanierung?

Im Mittelpunkt der Sanierung muss die Bettmatratze stehen. Hier können selbst kleine Allergenmengen auf Dauer stark wirksam sein und schliesslich zum Asthma bronchiale führen. Die Matratze wird mit einem staubdichten, jedoch dampfdurchlässigen Gewebe (Cover od. Encasing) vollständig umschlossen. Darüber wird dann die normale Bettwäsche wie gewohnt angewendet. Kuscheltiere sollten entweder bei 60° C gewaschen werden oder können für 12 Stunden in die Gefrietruhe gelegt werden. Polstermöbel sollten bei Milbennachweis mit Möbelschaum etwa alle 3 Monate behandelt werden. Teppiche können erfoderlichenfalls mit speziellem Feuchtpulver (Acarosan®) behandelt werden.

Wo saniert werden muss lässt sich durch Feinstaubanalyse (Farbreaktion) mittels

Acarex®-Test entscheiden. Die Matratze sollte allerding immer dabei sein!

Auf lange Sicht gilt bei der Einrichtungsauswahl lebenslang: Polster, Staubfänger, Plüsch vermeiden.

Besser sind wischbare Materialien: Holz, Glas, Keramik, Leder, Stahl.

Wie geht das — Hyposensibilisierung?

Der Allergologe verordnet nach gründlicher Sicherung der Diagnose den Behandlungsextrakt. Dieser wird eigens für jeden Patienten angefertigt. Er muss sorgfältig kühl gelagert werden (Salatfach des Kühlschrankes, Spezialkühlschränke in der Arztpraxis). Anfangs wöchentlich, später weitmaschiger wird eine genau bemessene Dosis unter die Haut am Oberarm gespritzt. Eine Mückenstich-artige Schwellung ist die normale Nebenwirkung. Bei geschulter Anwendung kommen andere Nebenwirkungen praktisch kaum vor. Nach der Spritze sollte am selben Tag kein Sport getrieben werden. Zu Impfungen und stärkeren Infekten sollte eine Woche Abstand eingehalten werden.

Wie geht das — Medikamentöse Allergiebehandlung?

Wenn die ursächlichen Behandlungen (Sanierung und evtl. Hyposensibilisierung (noch) nicht ausreicht, können Medikamente gegeben werden: Am schonendsten sind entzündungshemmende Substanzen, die direkt an die allergische Schleimhaut (Nase oder Bronchien) gegeben werden. DNCG (Cromoglycinsäure) und milde Kortisonpräparate sowie Antihistaminika werden so verabreicht.

Eine Tabletten-Behandlung braucht meist nur über Tage oder Wochen durchgeführt zu werden.

Wenn Asthma bronchiale vorliegt, werden Sprays eingesetzt. Dabei haben die entzündigshemmenden Sprays und Pulverinhalationen (meist: milde Kortison-artige Präparate) Vorrang! Zusätzlich werden bronchialerweiterende Sprays eingesetzt.