Fieberhafte InfekteHusten, Schnupfen, Heiserkeit - teils begleitet von Fieber und Kopfschmerzen - kennt fast jeder vor allem aus der kalten Jahreszeit. Ursache sind in den allermeisten Fällen Viren. Es gibt eine sehr große Menge unterschiedlicher Erkältungsviren, deshalb ist man nach einem Infekt leider nicht immun gegen die nächste Erkältung. Diese wird dann eben von einem anderen Virus ausgelöst. Aus diesem Grunde haben Kinder in Kinderhorts oder Kindergärten im Winterhalbjahr oft einen Infekt nach dem anderen. Kaum genesen kommt ein anderes Kind mit dem nächsten Virus. Auch bei Erwachsenen sind 3-4 Erkältungen pro Jahr durchaus noch im Rahmen des Normalen. Und wegen der Vielzahl unterschiedlicher Erkältungsviren gibt es bislang gegen Erkältungen auch keinen Impfstoff.

Impfen kann und sollte man sich jedoch gegen das Grippevirus, insbesondere wenn man über 60 Jahre alt ist, stärkerem Publikumsverkehr ausgesetzt ist oder chronische Erkrankungen insbesondere an Herz, Lunge oder Bronchien hat. Grippe ist eine schwere Viruserkrankung, die im Gegensatz zu den banalen Erkältungen nicht selten tödlich verlaufen kann. Das Grippevirus ändert sich von Jahr zu Jahr, die Impfstoffe werden dem jeweils neuen Virus-Typ angepaßt. Deshalb muß die Impfung jährlich durchgeführt werden, am besten im September/Oktober. Denn geimpft werden darf nur, wenn man keinen Infekt, also auch keine normale Erkältung hat.

Antibiotika wirken zwar gegen Bakterien, nicht aber gegen Viren und sind deshalb bei Erkältungen meistens nicht erforderlich. Durch die vom Virus bedingte Schleimhautschädigung kann im zweiten Schritt eine bakterielle Zweitinfektion (eine sogenannte Superinfektion) auftreten, die man daran erkennt, daß sich Auswurf oder das Nasensekret gelb oder grün färben. Dann kann der Einsatz von Antibiotika sinnvoll sein - aber auch dann nicht immer! Denn zum Beispiel eine eitrige Bronchitis (Husten mit gelbem oder grünem Auswurf) heilt bei ansonsten gesunden Personen ohne antibiotische Behandlung im Durchschnitt genau so schnell aus, wie mit antibiotischer Behandlung. Bei einer eitrigen Mandelentzündung ist dagegen eine Antibiotikatherapie notwendig. Ob und wann ein Antibiotikum erforderlich ist, entscheidet der Arzt.

Was soll man also machen, wenn man erkältet ist? Fieber und Kopfschmerzen kann mit Aspirin (ASS) oder Paracetamol behandeln. Gegen den Schnupfen hilft ein abschwellendes Schnupfenspray, das man aber nicht länger als 1-2 Wochen anwenden sollte oder Spülen der Nase mit Salzwasser (ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber wirksam). Schleimlösende Medikamente haben oft keine wesentliche Wirkung. Hier sind Hausmittel effektiver, zum Beispiel klare Gemüsebrühe, richtig heiß getrunken und möglichst scharf gewürzt, z.B. mit Chili. Bei Fieber sollte man körperliche Belastung meiden. Die oben genannten Medikamente sind als Erkältungsmittel nicht rezeptierbar, das heißt, der Arzt darf sie nicht verordnen. Es gibt sie rezeptfrei in der Apotheke. Sie haben keinen Einfluß auf den Verlauf der Erkrankung, sie lindern lediglich die Beschwerden. Fertig werden mit dem Erkältungsvirus muß der Körper selber. Und das wird er normalerweise auch.

Spätestens wenn das Fieber länger als 3-5 Tage anhält oder Schüttelffrost auftritt, wenn nach vorübergehender Beschwerdebesserung nach einigen Tagen wieder eine deutliche Verschlechterung eintritt, wenn eitriger Auswurf nach etwa 5 Tagen keine Tendenz zur Besserung zeigt, bei starken Halsschmerzen mit Schluckbeschwerden oder auch bei Auftreten von Atemnot sollten Sie zu uns kommen.