SchleimhautEine chronische Bronchitis liegt definitionsgemäß vor, wenn in 2 aufeinanderfolgenden Jahren über jeweils mindestens 3 Monate anhaltend Husten und gleichzeitig Auswurf auftritt und andere Ursachen mit gleichen Symptomen ausgeschlossen sind. Die Ursachen hierfür liegen in fast allen Fällen im jahrzehntelangen Rauchen begründet. Nur in sehr seltenen Fällen sind wiederholt schwere Verläufe einer akuten Bronchitis bzw. von Lungenentzündungen verursachend. Wird das Rauchen nicht beendet und die hierdurch bewirkte chronische Entzündungsreaktion der Atemwege mit ständiger Infektneigung (häufige eitrige, d.h. durch Bakterien verursachte Entzündungen) nicht verhindert oder zumindest konsequent medikamentös behandelt, so schreitet diese Erkrankung zumeist fort und geht über in eine

Chronisch obstruktive Atemwegserkrankung (=COPD). Hierbei tritt eine teilweise auch durch entsprechende Medikamente nicht mehr völlig zu beseitigende Enge der Atemwege (Obstruktion) auf.Die Folge ist zunehmende Luftnot bei Belastungen sowie erhöhte Anfälligkeit hinsichtlich bronchialer Infekte. Diese wiederum schädigen das Bronchialsystem bis in die feinsten Verästelungen (Bronchiolitis) und das Lungengewebe weiter, sodaß es zu einer chronischen Überblähung der Lunge (Lungenemphysem) und zu Vernarbungen (Fibrose-Umbau) kommen kann. Im Endstadium ist schließlich durch ständige Überlastung auch die Entwicklung einer Herzschwäche möglich: die erkrankte Lunge verlangt dem Herzen ständig eine vermehrte Leistung ab. Die Luftnot erklärt sich durch Sauerstoffmangelzustände, da die Lunge ihrer Aufgabe, Sauerstoff aufzunehmen und Kohlendioxid abzugeben, nicht mehr richtig nachkommen kann. Erhöhte Kohlendioxidkonzentrationen im Körper erzeugen eine ständige Müdigkeit, die bis hin zur Narkose führen kann. Durch eine konsequente Nikotinabstinenz und den Gebrauch der verordneten meist zu inhalierenden Medikamente kann zumeist ein Fortschreiten der Erkrankung aufgehalten werden.

Lungenemphysem: Dadurch, daß bei der chronisch obstruktiven Atemwegserkrankung die Ausatmung aufgrund der Enge der Atemwege ständig behindert ist, entsteht eine Überblähung der Lunge, die sich nach einer gewissen Zeit nicht mehr zurückbilden kann. Die Folge ist eine verringerte Fähigkeit der Lunge, die Atemgase Sauerstoff und Kohlendioxid auszutauschen.

Erworbene Bronchiektasen: Hierunter versteht man Erweiterungen bzw. Aussackungen von Bronchien, die unter anderem auch als Folge chronischer oder schwerer akuter Entzündungen der Atemwege und des Lungengewebes bei der chronisch obstruktiven Atemwegserkrankung entstehen kann. Die Folge ist eine Ansammlung von oftmals eitrigem Bronchialsekret in diesen Aussackungen mit weiterer Zerstörung der angrenzenden Bereiche. Bei lokalisierten Befunden können manchmal diese Veränderungen durch eine Operation beseitigt werden.

Die wichtigsten Behandlungsmaßnahmen in Stichworten: steht an erster und wichtigster Stelle. Wer weiter raucht, hat langfristig keine Chance, die Krankheit zu bessern oder aufzuhalten. Entzündungshemmende Inhalations-Sprays oder Pulver-Dosierapparate (meist Kortison). Inhalations-Sprays, Pulverdosierapparate und Tabletten, die der Verengung der Atemwege entgegenwirken (sogn. Beta-Mimetika und/oder Vagolytica und Theophyllin). Bei Infekten rasche Behandlung mit einem Antibiotikum (z.B. Penicillin). Bei zähem Auswurf ein schleimlösendes Medikament (das nur wirken kann, wenn der Patient ausreichend viel trinkt, also ca. 2 l pro Tag). In schweren Fällen ein Inhalationsapparat und Sauerstoffgabe.

Therapiekontrollen: Da das Fortschreiten der Erkrankung oftmals nur durch eine optimale Einstellung der Medikamente zu verhindern ist, sind regelmässige Kontrollen der Lungenfunktion, der Blutgase und gegebenenfalls der Medikamentenspiegel im Blut erforderlich!

Testen Sie sich selbst mit dem CAT (COPD-Assessment Test) - bitte bringen Sie Ihren CAT-Test gleich ausgefüllt mit in die Sprechstunde!